In Aschaffenburgs schottischer Partnerstadt Perth finden zwischen dem 01. und 06. August die so genannten Mini Olympics statt, bei denen sich Jugendliche aus den Städten Perth, Aschaffenburg und Bydgoszcz (Polen) in den Disziplinen Turnen, Schwimmen, Badminton, Tischtennis, Golf und Fußball messen.
Im Fußball wird Aschaffenburg durch eine Mannschaft vertreten, die aus den Jahrgängen 1993 und 1994 von Viktoria Aschaffenburg gebildet wurde. Da Bydgoszcz keine Fußballmannschaft stellt, spielt unsere Mannschaft im Rahmen der Mini Olympics zwei Mal gegen Jugendmannschaften des schottischen Erstligisten St. Johnstone.
Im ersten Spiel kamen wir zu einem klaren 4:0-Sieg, wobei die Gastgeber dieses Mal eine sehr junge Mannschaft stellten, die hauptsächlich aus Spielern des Jahrgangs 1995 bestand. Die Viktoria bestimmte über weite Stecken das Spiel, erarbeitete sich zahlreiche hervorragende Torchancen und hätte das Spiel eigentlich 6:0 oder 8:0 gewinnen müssen. Zur Halbzeit stand es durch Tore von Moritz Allig (2) und Patrick Böhm bereits 3:0, die Vorlagen lieferten Jeremy Epah (2) und Luis Stadtmüller.
Nach der Pause versuchten die Gastgeber ihre körperliche Unterlegenheit durch noch aggresiveres Spiel als schon in der ersten Halbzeit zu kompensieren. Da der Schiedsrichter typisch britsch pfiff und viele Fouls laufen ließ, wurde das Spiel etwas zerfahren und die Viktoria erzielte nur noch ein Tor durch Volkan Beser nach Vorarbeit von Rene Hagendorf.
Im zweiten Fußballspiel der Mini Olympics in Perth tauschte der FC St. Johnstone fast die komplette Mannschaft aus, so dass die Gastgeber nun ebenfalls hauptsächlich mit Spielern des Jahrgangs 1993 antraten. Die klare körperliche Überlegenheit der Viktoria im ersten Spiel drehte sich somit in eine leichte Unterlegenheit um, da die Schotten im Durchschnitt nun etwas größer waren.
Von der ersten Minute an spielte St. Johnstone wieder sehr robust und körperbetont, suchte aber im Offenspiel sein Heil fast ausschließlich in langen Bällen, die von der Viererkette des SVA meist abgeräumt wurden. Nach einer Weile kam die Viktoria besser ins Spiel und somit auch zu ersten Torchancen. Heute wurden diese besser genutzt als am Vortag, so dass Mario Ackermann einen Flugball von Florian Haith per Kopf zur Führung verwerten konnte.
Kurz darauf spielte Mario seine Schnelligkeit erneut aus, gewann erneut ein Kopfballduell und legte den Ball somit in den Lauf von Moritz Allig. Dieser demonstrierte seinem Gegenspieler, der ihn blocken wollte, dass auch deutsche Teams robust spielen können und erhöhte dadurch auf 2:0. Nun wurde den Gastgebern ein Strafstoß zugesprochen, den Laurent Avolio parierte. Nach Ansicht des Schiedsrichters hatte er aber zu früh die Torlinie verlassen, so dass der Elfmeter wiederholt wurde. Nun trat ein anderer Spieler an, der verwandelte.
Nach dem Seitenwechsel stellte Piero Marchese durch eine Freistoßflanke, die an Freund und Feind vorbei ins lange Eck flog, den 2-Tore-Abstand wieder her. St. Johnstone kam zwar noch zum Anschlusstreffer, der aber gleichzeitig der Endstand sein sollte.
Der Mannschaft gebührt für die gezeigte Leistung höchste Anerkennung: obwohl der heute körperlich stärkere Gegner überhart spielte und der Schiedsrichter eine mehr als durchwachsene Leistung zeigte, hielt das Team in den Zweikämpfen kämperisch hervorragend dagegen, ohne sich dabei zu Dummheiten hinreißen zu lassen. Spielerisch war die Viktoria überlegen und gewann somit verdient, auch wenn der Gegner einige Torgelegenheiten liegen ließ. Wenn man nun noch bedenkt, dass die Mannschaft das Spiel von gestern in den Knochen hatte, der Gegner wahrscheinlich ausgeruht war, das Spiel auf einem für uns ungewohnten Kunstrasen stattfand und man es immerhin mit A-Jugendspielern eines schottischen Erstligisten zu tun hatte, die fünf Mal pro Woche unter einem hauptberuflichen Trainer trainieren, kann man die Leistung gar nicht hoch genug einschätzen. Vom Trainerteam daher auch an dieser Stelle nochmal ein dickes Lob für eine klasse Leistung!
Durch diese beiden Spiele holte die Viktoria für Aschaffenburg den Sieg in der Disziplin Fußball und leistete somit ihren Beitrag dafür, dass Aschaffenburg auch in der Gesamtwertung der Mini Olympics triumphierte: Aschaffenburg 3 Siege (Fußball, Badminton, Tischtennis), Perth 2 Siege (Golf, Turnen), Bydgoszcz 1 Sieg (Schwimmen).
Einen faden Beigeschmack erhält der Erfolg allerdings durch die Verletzungen von Moritz Allig und Patrick Böhm, die wahrscheinlich einige Wochen pausieren müssen.